Schnelles Roggenbrot – auch für den Brotbackautomaten

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Brot backen und schnell sein – das sind Dinge, die sich eigentlich ausschließen. Aber dieses Rezept hier sollte man „in petto“ haben: keine besonders exotischen Zutaten, die erst aufwendig vorbereitet oder besorgt werden müssen und eine relativ kurze Zubereitungs- und Backdauer. Und außerdem gehört Roggensauerteigbrot zu den Klassikern, die fast immer und fast jedem schmecken. Und… ich kann es notfalls auch mal im Brotbackautomaten zubereiten – Backen für Faule 😉

Grundlage für die Entwicklung meines eigenen Rezeptes war, wie so oft, ein bestehendes Rezept. Diesmal kam es aus einem Brotbackbuch, für das eventuell noch eine Besprechung in diesem Blog folgen wird: „Brot“ von Bernd Armbrust aus dem GU Verlag. Hier schon mal der Link zu meiner Kundenrezension bei amazon.

Meine Zutaten:

  • 3/4 Würfel Frischhefe, also ca. 31,5 Gramm
    (Faustregel: 1/2 Würfel Frischhefe = 21 Gramm = 7 Gramm Trockenhefe)
  • 40 Gramm flüssiger Malzextrakt oder Grafschafter Zuckerrübensirup
  • 300 ml lauwarmes Wasser (eher zu kalt als zu warm, denn Hefe geht kaputt über 42 Grad Celsius)
  • 350 Gramm Roggenmehl Type 1150
  • 350 Gramm Dinkelmehl Type 630 (ersatzweise Weizenmehl Type 550)
  • 15 Gramm Salz
  • 150 Gramm flüssiger Natursauerteig (ich habe gute Erfahrungen gemacht mit dem Produkt von Seitenbacher)
  • 1,5 Teelöffel gemahlenes Brotgewürz nach Wahl. In diesem Fall nehme ich gerne eine sehr kräftige Mischung aus Kümmel, Koriander, Schwarzkümmel, Fenchel, Anis, Pfeffer. Gibt es z.B. von Edora.
  • nach Bedarf: 5 Esslöffel Joghurt oder Quark (Geheimtipp! Dadurch bleibt das Brot länger saftig und trocknet nicht so schnell aus).

 Zubereitung im Brotbackautomaten:

Die Hefe, den Sauerteig und den Malzextrakt in lauwarmem Wasser auflösen. Am Besten macht man dies in einem Gefäß, aus dem man später gut schütten kann, wie ein großer Meßbecher. Beiseite stellen und Zeit geben, während man die trockenen Zutaten vorbereitet.

Die trockenen Zutaten miteinander vermischen, ggf. vorher sieben. Dann den Joghurt bzw. Quark dazu geben, und schon mal mit der Küchenmaschine auf langsamster Stufe mit Hilfe des Knethakens vermischen.

Der Einsatz der Küchenmaschine ist hier erforderlich, da ich keinen Brotbackautomaten kenne, der mit der Schwere eines Roggensauerteigs klar kommen würde.

Nun das Wasser mit den darin aufgelösten Zutaten unter langsamem Rühren in die Schüssel zu den anderen Zutaten geben. Zunächst ca. 3 Minuten auf kleinster Stufe rühren, danach auf hoher Stufe 5 Minuten kneten.

Variante 1: „von Hand backen“

Nun könnte man auch von Hand weiter machen: Teig ca. 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, zwischen drin 2 mal rund wirken (ein schönes Videotutorial dazu gibt es vom sehr empfehlenswerten plötzblog hier). Dann noch ein mal rund wirken, auf ein Backblech legen und in Form bringen, ggf. Muster einritzen. Final 30 Minuten gehen lassen vorm Backen.
Inzwischen den Backofen auf 240° vorheizen (Ober-/Unterhitze), dabei ein mit Wasser benetztes Blech mit erhitzen (=Schwaden erzeugen). Nach dem letzten Gehvorgang das Brot in den heißen Ofen (Mitte) schieben und 10 Min. anbacken. Danach die Temperatur auf 220° herunterregeln und das Brot in ca. 35 Min. fertig backen.

Noch ein extra Tipp: wer einen Pizzastein hat, kann diesen wie für Pizza mit erhitzen und das Brot darauf backen. Der Boden wird dann sensationell dunkel und knusprig, so wie es einem Roggensauerteigbrot am Besten steht.

Variante 2: Im Brotbackautomaten backen

Aber wir wollten ja eine Methode für Faule 🙂 Also nun ab in den Brotbackautomaten und ein Roggenbrotprogramm wählen (alternativ Vollkornbrot). Ich habe den Pangourmet von Delonghi und wähle Programm AU8. Der Automat fängt nun an zu Rühren, als ob ich die Zutaten unvermengt eingefüllt hätte – das ist völlig ok. Ein Roggensauerteig ist einer der schwerfälligsten Teige, von daher darf er das extra Vorspiel genießen ;).

Ein Tipp, um den Boden knusprig zu halten: beim Pangourmet kann ich das Brot in der letzten Backphase, wenn es schon fest aber noch nicht fertig ist, aus der Knetform nehmen und auf ein Gitter legen. Dadurch wird es wirklich rundum schon knusprig. Das ist einer der entscheidenden Vorteile eines Kombigerätes, welches Brotbackautomat und Elektroofen vereint. Wenn ich mal Zeit und Muße habe, werde ich den Pangourmet eventuell noch ausführlich in meinem blog besprechen.

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13 Gedanken zu “Schnelles Roggenbrot – auch für den Brotbackautomaten

  1. Danke für das tolle Rezept! Im Brotbackautomat lässt sich das Rezept sehr gut zubereiten. Wie du schon angesprochen hast ist es wichtig das richtige Backprogramm zu wählen. Viele Brotbackautomaten besitzen ein Sauerteigprogramm damit gelingt auch so ein anspruchsvoller Teig.

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  2. Hey, ich backe auch sehr gerne mit Hilfe meines Brotbackautomaten. Leider bin ich bei der Dosierung und der Rezeptwahl oftmals eher ungeschickt. Deshalb freue ich mich immer besonders über solche Rezepte. Auch den Tipp mit dem Pizzastein fand ich sehr hilfreich. Danke dafür 🙂

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    1. Lieber Konstantin,

      es freut mich immer, wenn noch andere Menschen udn nicht nur ich von den Rezepten profitieren können. Ich probiere viel rum und es muss allen in der Familie schmecken, von daher schreibe ich diesen Blog als Rezeptesammlung für die Sachen, die „geprüft und genehmigt“ sind 😉

      Ich habe zwei wichtige Erfahrungswerte gemacht für das Backen mit dem Brotbackautomaten, auch in Kombi auch mit fertigen Mischungen:
      1. Oftmals finde ich dass der Teig im Brotbackautomaten etwas mehr Wasser braucht als von Hand gebacken. Darum kontrolliere ich immer zwischendrin indem ich in den Automaten schaue wie der Teig sich entwickelt.
      2. Ich habe früher bei den Brotbackmischungen, die gerne in 1-Kilo-Gebinden verpackt sind, einfach ein 500-Gramm-Brott gebacken indem ich pi mal Daumen den halben Inhalt der Tüte genommen habe. Dabei ist es anscheinend oft passiert dass es eben nicht 500 Gramm waren, dann passt auch die angegebene Wassermenge nicht dazu! Seitdem mir das aufgefallen ist, wiege ich es ab, die Ergebnisse sind viel besser.

      Viel Spaß und berichte gerne!

      Liebe Grüße
      Alex

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  3. Hallo!
    Da ich gerade auf der Suche nach leckeren Rezepten für meinen Brotbackautomaten bin, bin ich auf deiner Seite gelandet! Das Rezept wird mit Sicherheit demnächst ausprobiert! Zudem haben mich auch schon einige andere Rezept in deinem Blog angelacht 🙂 Danke!
    LG Alexia

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    1. Liebe Alexia (schöner Name 😉 ),

      das freut mich sehr!
      Bitte berichte doch ob Dir das Ergebnis gefallen hat. Und wenn Du Fragen zu anderen Rezepten hast oder Dich austauschen willst – nur zu! 🙂

      Liebe Grüße

      Alex

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  4. Vielen Dank für dieses Rezept. Hört sich gar nicht so schwer an und scheint ja wohl zu schmecken. Klingt auch sehr gesund, was mir persönlich immer wichtig ist. Werde ich direkt morgen in meinem Brotbackautomat ausprobieren.

    Viele Grüße,
    Thomas

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    1. Lieber Thomas,

      ja, ich mag es auch wohlschmeckend und gesund – bei selbst gebackenem Brot weiß ich was drin ist. Wenns doch mal sehr schnell gehen soll hilft mir der Brotbackautomat sehr.
      Ich bin gespannt wie es Dir geschmeckt hat, schreib doch mal 🙂
      Liebe Grüße

      Alex

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  5. Sieht mega lecker aus! Werde es gleich morgen ausprobieren! Denkst du, das Ganze würde glutenfrei auch so gut funktionieren? Bin nämlich am Überlegen, mir auch einen Backautomaten zuzulegen, weiß aber nicht, ob das mit meiner Gluten-Unverträglichkeit wirklich empfehlenswert ist…

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    1. Liebe Melissa,

      das weiß ich leider nicht. Aber ich weiß dass es mittlerweile gute Ersatzprodukte und spezielle Mehlmischungen gibt z.B. von Schär. Ich habe es selbst noch nciht ausprobiert, aber die glutenfreien Aufbackbrötchen von Schär konnte man essen 😉
      Wenn Du gerne backst kann ich Dir persönlich den Delonghi PanGourmet empfehlen, das ist ein kleiner Ofen und Brotbackautomat in einem. Nein, ich bekomme da nix für, ist nur eine persönliche Empfehlung 😉
      Berichte doch mal von Deinen Erfahrungen!
      Liebe Grüße
      Alex

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  6. Hallo Alexa!

    Vielen Dank für dieses tolle Rezept! Ich hab mir vor kurzem einen Brotbackautomaten von Panasonic zugelegt und bin immer wieder auf der Suche nach neuen Ideen 🙂 Deine Blogpost hat mich sofort angesprochen und ich hab es gleich ausprobiert.
    Brot ist super lecker und knusprig geworden!
    Danke dir nochmals für dieses Rezept!
    Liebe Grüße,
    Maria

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