Nudelsalate 2.0: Schneller Tortellini-Salat zum Wintergrillen (vegetarisch) oder Mini-Farfalle-Salat mit Antipasti

Tortellinisalat 1

Mein Verhältnis zu Nudelsalaten war seit meiner Kindheit schwierig. Wer kennt ihn nicht, den ewigen „Klassiker“: Mandarinen, Erbsen und Möhren aus der Dose, gemischt mit Nudeln (meist die gebogenen kurzen „Gabelspaghetti“) und Schinkenwürfeln, ertränkt in Schmand-Sahne. *schüttel* Jemand eine ähnliche Kindheitserinnerung?
Aber ich habe mein Trauma überwunden durch die Kreation von frischen, neuen Nudelsalatrezepten, deren Soße auf einer Kräuteröl-Essig-Marinade basiert, kombiniert mit typisch italienischen Zutaten und liebevoll ausgewählter Pasta.

„Aber wieso veröffentlicht die mitten im Winter ein Rezept für Grillbeilagen?!?“ – So etwas fragen sich nur Menschen die denken, dass man nur im Sommer grillen kann 😉

Das erste Rezept ist, wie so oft, aus zeitlicher Not entstanden: an einem schönen güldenen Tag im Herbst beschlossen wir gemeinsam mit liebsten Freunden, noch mal die Sonnenstrahlen auszunutzen und nebenbei die letzten Wild- und Grillfleisch-Vorräte zu dezimieren. Das Ganze beschlossen wir an einem Samstagnachmittag, ca. 3 Stunden bevor wir uns treffen wollten (Menschen mit kleinen Kindern haben harte zeitliche Anschläge und treffen sich für gewöhnlich deutlich früher als ihre kinderlosen Freunde). Es war also Schnelligkeit angesagt und einkaufen fiel aus. Also ab in den Keller und die Vorräte gesichet. Was die Herausforderung verschärfte: die weibliche Hälfte des liebsten Freundespaares ißt kein Fleisch. Aber immerhin, um Grillgut für sie muss sich ihr Mann kümmern, wurde sozusagen im Standesamt mit besiegelt 😉 Dennoch brachte es mich ins Schwitzen, denn alles was ich unter „Grillbeilage“ und „auf die Schnelle“ im Kopf hatte, war nicht vegetarisch, wie mein Lieblings-Grüner-Bohnen-Salat – der funktioniert einfach nur mit Zwiebeln, Knoblauch und Speck! Also weiter…. Aber was ist denn das? Ein Glücksgriff: Tortellini mit vegetarischer Füllung, entweder Spinat-Ricotta oder mit Pilzen. Dazu fand ich ein paar Gläser Antipasti in Öl…. Bingo! Und zum Glück hatte ich noch ein paar Grundlagen im Gemüsefach, die da meistens bereit liegen, wie bspw. Frühlingszwiebeln.
Was soll ich Euch sagen? Auch den Fleischfans hats geschmeckt.

Und warum veröffentlicht sie das Rezept jetzt? Weil ein guter Kumpel, der das Schicksal der Winter-Geborenen mit mir teilt, zu seinem Geburtstag dieses Jahr ein Winter-Grillen veranstaltet. Und natürlich bringe ich gerne etwas mit und habe zu diesem Zweck das Rezept wieder ausgegraben.

Zutaten:
(Für ca. 8-10 Personen als Beilage zum Grillen, wenn noch andere Salate vorhanden sind)

  • Tortellini mit Ricotta-Spinat-Füllung, 2 Packungen á 250 g
  • 1 Glas gegrillte Artischocken in Öl (das Öl nicht wegschütten, sondern in der Salatsoße verwenden)
  • 1 große rote (Spitz-)Paprika
  • 2 Kugeln Mozzarella
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 1 Dose große weiße Bohnen
  • Für die Salatsoße:
    • Öl der gegrillten Artischocken (alles aus dem Glas)
    • Rotweinessig ca. 3 EL
    • Maggi oder Sojasauce (Spritzer)
    • Asiatische Fischsauce (Spritzer)
    • Limettensaft (Spritzer)
    • Salz
    • Pfeffer
    • Petersilie frisch oder TK
    • Kräuter-Mischung „8 Kräuter“ oder „Italienische Kräuer“ (getrocknet oder TK)

Zubereitung:
Die Tortellini nach Packungsanweisung garen. Während dessen die Antipasti in ein Sieb schütten und das Öl auffangen. Alle Zutaten für die Soße in einer großen Salatschüssel vermischen und nach eigenem Gusto abschmecken. Achtet auf die Balance zwischen Süße und Säure und denkt daran, dass Zutaten wie bspw. Artischocken zusätzlich noch eine feine Säure mitbringen. Zu viel Säure könnt Ihr mit dem Kräuteröl der Antipasti ausgleichen.

Wenn die Tortellini fertig sind, in ein großes Sieb abschütten und mit kaltem Wasser abschrecken. Sofort in die fertige Soße geben. Die anderen Zutaten hinzufügen, die ggf. vorher noch in mundgerechte Stücke geschnitten werden müssen – guten Appetit!

Tortellinisalat 2

Noch ein Tipp zu einer Variante, dem Mini-Farfalle-Salat:
Wer gerne noch auf was Knackiges beißt, röstet noch ein paar Pinienkerne an und gibt sie dazu. Ich habe es in der Tortellini-Variante weg gelassen, da ich das hier nicht haben wollte. Im Vordergrund sollte die frische Säure der Artischocken stehen. Es führt mich aber zu einer köstlichen Variante, die auf allen Parties bisher gut ankam: statt Tortellini nehmt Ihr Mini-Farfalle und eben geröstete Pinienkerne. Die Soße macht Ihr wie oben beschrieben (ohne die asiatische Fischsoße), aber nicht ganz so sauer, also statt Rotweinessig Balsamico und sparsam sein mit dem Limettensaft! Aber halt: wenn Ihr keine Artischocken aus dem Glas nehmt, woher bekommt Ihr dann das köstliche Kräuteröl für die Soße?!? Ganz einfach: hierfür werden getrockenete Tomaten aus dem Glas verwendet!
Und auch hier wieder dran denken die Pasta direkt nach dem Kochen kalt abzuschrecken. Außerdem fügt Ihr hinzu:
Als Antipasti müssen auf jeden Fall Zucchini und Auberginen rein, wer mag nimmt auch noch gegrillte Champignons und/oder gegrillte Zwiebeln in Balsamico. Der Mozzarella und die Bohnen müssen nicht unbedingt rein, entscheidet selbst.
Aber die Frühlingszwiebeln, frische Paprika und Artischocken lasst Ihr weg! Statt dessen schneidet Ihr getrocknete Tomaten in Kräuteröl und  Prosciutto in Streifen und reibt Parmesan grob in den Salat. Diesen Schritt aber bitte erst ganz zum Schluss, wenn die anderen Zutaten mit der Soße bereits gut vermischt wurden. Grund: Durch jeden Mischvorgang bricht der Parmesan in noch kleinere Stücke. Da man den Salat auch während der Party häufig umrühren muss weil die ölige Soße sich schnell unten absetzt, werden die Parmesan-Stücke irgendwann zu klein.

Diese Variante ist übrigens das Gegenteil von „schneller Küche“, da ich für gewöhnlich die Zucchini- und Auberginen-Antipasti selbst frisch zubereite, also die ganze Nummer durchziehe:
Frisches Gemüse waschen, in Scheiben schneiden, in viel Salz Wasser ziehen lassen, dann das ausgetretene Wasser und ein Großteil des Salzes abtupfen, die Scheiben mit dem Pinsel einölen, portionsweise in der Pfanne oder im Backofen grillen…. soviel zur Frage „Warum machst Du den so selten?“.

Wer darauf steht, mischt in die Farfalle-Variante kurz vorm Servieren noch 2 Handvoll frischen geschnittenen Rukola darunter, der wiederrum durch seinen natürlichen Geschmack eine leichte Bitternote mit rein bringt. Der mündige Koch möge selbst entscheiden. 😉

Viel Spaß beim Grillen!

Tortellinisalat 3 Soße

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