Schwarzwurzel-Seafood-Ragout mit Miesmuscheln

Diesen Beitrag widme ich meinen lieben Kolleginnen Jutta und Ivana, die mein Hobby-Köchinnen-Herz berührt haben mit der Frage:“Wann bloggst Du endlich mal wieder was?“ 🙂DSC_3221

Der Mann war skeptisch. Schwarzwurzel war ihm (und mir) bisher nur in der klassischen deutschen 3-Komponenten-Variante bekannt:
Fleisch + Gemüse + Kohlehydratbeilage. Und weil die Schwarzwurzel die Diva unter dem Gemüse ist, wich unsere Mütter-Generation gerne auf die bereits geschälte Variante aus der Konserve aus, was das geschmackliche Erlebnis nicht eben verbesserte – bei Euch auch? 😉

Das erste Mal frisch aß ich sie bei einem guten Freund, der damals schon so viel besser kochen konnte als ich, dass ich oft nur staunend in der Küche daneben stand. Von ihm habe ich viel (kennen)gelernt, und eben auch  bei ihm Schwarzwurzel gegessen, in einer rahmigen weißen Soße. Dazu gabs gebratenes Schweinefilet und rotschalige Rosmarinkartoffeln aus der Pfanne. Für mich mit meinen damals knapp 20 Jahren ein großes Erlebnis: Kartoffeln in der Schale im Ganzen in der Pfanne gebraten! Und diese Schwarzwurzel, die kannte ich weder frisch zubereitet noch im Origignalzustand. Denn in diesem ist sie tiefschwarz und schmutzig.

Schwarzwurzeln

Sie kommt eben tief aus der Erde, und wenn man ihr zu Laibe rücken will empfehlen sich dringend Handschuhe – Einweghandschuhe. Nein, ich bin kein Freund davon viel Müll zu produzieren, aber das nagelneue Paar Haushaltshandschuhe hätte ich mir sparen können, denn ich musste sie hinterher weg werfen. Die Schwarzwurzel hat beim Schälen nicht nur die Angewohnheit alles gelblich zu verfärben, weil sie Flüssigkeit verliert (die sog. „Milch“), nein, nicht genug, sie ist noch dazu klebrig! Mein Sparschäler ist bis jetzt noch nicht wieder sauber, weil der Dreck der Schale mit der Milch der Schwarzwurzel darauf befestigt wurde wie es kein Pritt-Stift besser hätte schaffen können.

Ich wollte nun diesem ominösen Gemüse, das in Deutschland aus vorstellbaren Gründen auf kaum einer Restaurant-Karte zu finden ist, ein besonderes Gericht widmen, wenn ich sie schon mal in meine Küche einlade.

Der Geschmack lohnt den Aufwand tatsächlich, man nennt sie nicht zu Unrecht „Winterspargel“. Geschält ähnelt sie dem Spargel nicht nur optisch, sie hat auch einen prägnanten aber sehr feinen Eigengeschmack.
Trotz Mißtrauen der männlichen Hälfte habe ich daraus kein klassisches deutsches 3 Komponenten-Essen gemacht, sondern sie klein geschnitten, mit Weißwein und Vermouth als Ragout gekocht und mit Fisch, Garnelen und Miesmuscheln kombiniert. Das war lecker, das war anders – viel Spaß beim Nachkochen! 🙂

Zutaten für 4-6 Portionen:

  • 1 kg frische Schwarzwurzeln
  • 300 gr Lachs
  • 300 gr Kabeljau
  • 1 kg frische Miesmuscheln
  • 1/2 Bund Suppengrün
  • 300 gr Garnelen
  • 150 gr Krabben
  • 3 Schalotten
  • 1 Becher Schmand
  • 1/2 Bund Dill
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • 300 ml Gemüsefond
  • 200 ml trockener Weißwein
  • 100 ml Vermouth (bei mir Martini Bianco)
  • 1 EL Mehl für die Schwarzwurzel, 2 EL Mehl für die Soße

Als Beilage gab´s eine Wildreismischung mit rotem Camargue-Reis

Zubereitung:

Schwarzwurzeln schälen (dabei Handschuhe tragen!), in kleine Stücke schneiden und sofort in Zitronen-Wasser legen, in das ein Esslöffel Mehl eingerührt wurde.  Dann scharf in Butterschmalz oder Öl anbraten, danach ca. 5 Minuten köcheln. Wenn sie selbst nicht genung Wasser ziehen einen kleinen Schluck Wasser dazu geben. Den Fisch in Würfel schneiden und schon mal den Reis aufsetzen.

Die Miesmuscheln separat in Salzwasser mit Suppengrün kochen, wenn sie fertig sind beiseite stellen. Wenn die Schwarzwurzeln fertig sind, den Fisch nacheinander auf mittlerer Hitze anbraten, nicht durchgaren. Raus nehmen, im gleichen Topf die Schalotten und den Knoblauch auf mittlerer Flamme schmoren, wenn sie glasig sind mit Mehl bestäuben und sofort danach mit dem Wein und Vermouth ablöschen. Mit der Gemüsebrühe auffüllen, einkochen lassen. Während dessen die Kräuter hacken.

Wenn die Soße etwas eingedickt ist, die Schwarwurzel dazu geben und in ca. 5-10 Minuten zu Ende garen (ich mag sie bissfest). Kurz bevor die Schwarzwurfel gar ist die Fischwürfel dazu geben, die nicht mehr als 2-3 Minuten brauchen dürften. Zum Schluss den Schmand einrühren und würzen. Mir hat dazu geschmeckt: gemahlene Muskatblüte, Kreuzkümmel, Salz, Zitronensaft.

Dann die Garnelen, die Krabben, die Muscheln und die gehackten Kräuter unterrühren und sofort mit dem Reis servieren. Lasst es Euch schmecken!

Pasta mit Muscheln Fisch und Schwarzwurzeln_016

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3 Gedanken zu “Schwarzwurzel-Seafood-Ragout mit Miesmuscheln

    1. Hi Schnippelboy, ich konnte es mir zuerst auch nicht vorstellen 😉 Bin gespannt was Du berichtest wenn/falls Du es mal ausprobierst. Ich warte aktuell damit ab, das Gericht wieder zu kochen, da es Schwarzwurzel frisch erst wieder im Winter gibt und die aus dem Glas mag ich nicht.

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