Über diesen Blog und mich und überhaupt

Als ich vor ca. 3 Jahren zu einem guten Freund sagte „Ich will einen eigenen Foodblog!“ meinte dieser nur lapidar: „Wozu? Warum braucht man sowas?“ Nach einer kurzen Erklärung meinerseits und einem Zug an der Zigarette seinerseits grinste er und meinte: „Spar Dir die Zeit und lad´ uns lieber einmal mehr zum Essen ein.“

Dass ich es ihm nicht 100% begreiflich machen konnte – nicht so wichtig. Denn das hier, das ist meine persönliche, eigene, egoistische Spielwiese. Ein Hobby, das mir in erster Linie Spaß machen soll. Aber es gibt auch einen zweiten Grund, und dafür hole ich etwas aus:

In meiner Kindheit habe ich kochen oder backen nie richtig gelernt. Schon zu Schulzeiten habe ich aber Freunde auf Real- und Hauptschulen beneidet, die „Kochen“ oder „Hauswirtschaft“ als Unterrichtsfächer hatten. Das hörte sich phantastisch an! Neu, spannend, aufregend, und man konnte gleichzeitig geistig kreativ sein und handwerklich arbeiten. Während ich diesen Gedanken nachhing, sollte ich eigentlich Französisch, Mathe, Chemie oder Physik lernen… laaangweilig! 😉
Anyway, ich habe das Gymnasium dennoch geschafft. Aber das Interesse am Kochen blieb. Nach dem Abitur gab es viiiieeeel zu viele Möglichkeiten als Antwort auf die Frage „Was soll ich nur werden?“ Übrigens ein netter Brückenschlag zu dem, was ich heute beruflich mache: ich arbeite hauptberuflich im Personalbereich und biete zusätzlich Business Coaching und Karriereberatung an für Menschen, die offene Fragen zu ihrer beruflichen Entwicklung haben.
Aber zurück zum Kochen: Fast hätte ich mich noch getraut. Nach der ersten Ausbildung zur Industriekauffrau wollte ich mich ernsthaft noch als Koch-Azubi bewerben. Es kam jedoch anders, und heute muss ich sagen: gut so! Dadurch konnte das Kochen zu etwas heran wachsen, was es heute ist: meine private Leidenschaft, die ich ausleben kann wie ich es will, ohne auf unternehmerischen Druck, gastronomischen Wettbewerb oder Wünsche von zahlenden Gästen eingehen zu müssen. Und wenn ich mal keine Lust darauf habe, lasse ich es einfach sein. Ein Luxus, den ich heute als unschätzbar wichtig betrachte.

Mittlerweile habe ich mir selbst immer mehr beigebracht. Im Grunde meines Herzens bin ich eine Köchin, die sich nicht gern 100% an Rezepte hält und es am liebsten herzhaft und deftig mag. Und ich blicke gern über den Tellerrand, probiere Neues aus und versuche mich Themen wie Desserts oder Backen mehr und mehr anzunähern – ein ständiges auf und ab, an dem Ihr vielleicht bald teilhaben könnt. Ich verrate schon mal so viel: Backen lehrt Demut. Jeden.

Mittlerweile bin ich mit meinen Kochkünsten auf einem ganz akzeptablen Niveau angekommen. Wie ich das messe? An der Anzahl der Male, die meine Gäste um einen Nachschlag bitten. An der Anzahl der Male, die mich jemand mit vollem Mund fragt „Geil, kannst Du mir das Rezept schicken?“, wenn ich Essen ins Büro oder auf Parties mitbringe. Und an der Anzahl der Male, die ich im gleichen Atemzug mit einer Einladung sofort gebeten werde, etwas zu essen mitzubringen. Oder in Momenten wie der Familienweihnachtsfeier letztes Jahr, als wir mit knapp über 30 Personen am 2. Feiertag in einem Landgasthaus saßen, meine Nichten und Neffen nicht wussten was Kalbsbries ist und wie das schmeckt und sich die Frage sofort zu mir durcharbeitete „Frag mal Deine Tante, die weiß sowas!“
Solche Erlebnisse sind fast so schön wie das Kochen und Essen selbst. Und darum dieser Blog. Und, damit ich in Zukunft auf die Frage „Kannst Du mir das Rezept schicken?“ einfach sagen kann: „Schau doch einfach in meinen Blog, da findest Du es!“.

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