#foodbloggercamp 2017 in Reutlingen – ein Wochenende unter Gleichgesinnten

Besser spät als nie – gilt auch für diesen Bericht 😉 Das diesjährige Foodbloggercamp in Reutlingen war schon am Wochende 25./26. Februar – macht aber nix, ich schreib trotzdem jetzt noch was, denn ich bin immer noch begeistert.

Zusammen mit Juliane (Schöner Tag noch“), Conny („Mein wunderbares Chaos“) und Nadine und Annkathrin von „Kochblog Action“ bildete ich Samstagfrüh eine lustige, schnatternde Fahrgemeinschaft nach Reutlingen.

 

 

Das Ganze fand statt in der Kochschule „Cooking Concept“ von Marcus Schneider. Ein sehr sympathischer Typ, der das ganze Wochenende Ruhe bewahrte, auch wenn die Horde verrückter Hobby-Köche in seiner Kochschule für ihn gewesen sein muss wie den sprichwörtlichen „Sack Flöhe hüten“ 😉

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Auf Vorrat haltbar machen: Fleischbrühen einwecken wie bei Mutti (Hühnersuppe und Rindersuppe)

Der von mir geschätzte Wolfram Siebeck schrieb einmal, dass „Vorratshaltung seine Sache nicht sei“. Nun, ich habe seine Art und seine Rezepte sehr geschätzt, aber in diesem Punkt bin ich anderer Ansicht 🙂

Lecker Essen kochen gelingt mit guten Grundlagen. Mit der Zeit wird man immer anspruchsvoller und so kam auch ich irgendwann darauf, mir Brühen oder Fonds selbst zu kochen. Da aber die Kapazität meiner Gefriertruhe begrenzt ist und ich nicht ständig frische Grundlagen kochen will und kann, kam ich irgendwann wieder auf eine gaaanz alte Methode der Konservierung zurück: das Einwecken oder auch Einkochen.

huehnerfricassee-0001Als Basis in einer leckeren Küche sind Brühen für mich unentbehrlich. Daraus kann man schnell leckere Suppen zaubern, sie als Grundlage für Soßen und Schmorgerichte benutzen oder Leckeres wie Hühnerfrikasse kochen. Übrigens kann man mit Hühnerfrikasse auch prima das Fleisch „verwerten“, wenn man „nur“ Hühnerbrühe zum Einkochen macht. Super Sache: Einmal gekocht und mehrmals gegessen! 🙂

Wie ich Rinderbrühe und Hühnerbrühe koche und einwecke zeige ich Euch in diesem Artikel. Gleichzeitig nehme ich damit teil an der coolen Blogparade vom Blog „kochblog-action.de“ zum Thema #homemadeaction. Im Januar dreht sich dort alles um Eintöpfe, Soßen und Fonds.

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Krautnudeln mit Speck

Krautnudeln sind ein altes Familienrezept und für mich ein Inbegriff von Wärme und Heimat. Neudeutsch heißen Gerichte die ein wohliges Gefühl von „Futtern wie bei Muttern“ (oder wie bei Omi 🙂 ) auslösen „Soulfood“. Auch wenn der Begriff in den letzten Jahren überstrapaziert wurde, so bringt er doch auf den Punkt welche Emotionen und positiven Erinnerungen durch Essen transportiert werden können.

Mein Vater erzählte mir von seiner Kindheit im ländlichen Raum und das es normal war, dass die Menschen selbst Obst und Gemüse anbauten und Tiere hielten. Viele hatten Hühner und ein Schwein. Dieses wurde selbst aufgezogen und im Winter geschlachtet. Man verwertete so ziemlich das ganze Tier. Man hätte sich ein anderes Verhalten gar nicht leisten können, auch nicht die Familie meines Vaters, der als jüngerer von zwei Brüdern 1940 geboren wurde und deren Vater (mein Opa) starb als mein Vater noch ein Junge war.

Von den eigenen Fleischerzeugnissen wurde natürlich auch Speck gemacht. Da dieser geräuchert wurde, hielt er sich besonders lange und wenn im Winter von dem Fleischvorrat nicht mehr viel übrig war,  gab es meist noch den Speck. Als besondere Zutat wurde er dann verkocht – quasi statt Sonntagsbraten. Nun kann man Bauchspeck nicht wie Sonntagsbraten zubereiten, aber man kann viele andere leckere Gerichte damit kochen.

Ein Beispiel für so ein Gericht sind die Krautnudeln. Im Winter gibt es tolles frisches Kraut im Überfluss, Nudeln sind gut lagerbar und der Speck, ja den Speck hatte man sich aufgehoben – und konnte ihn zusammen mit der Familie genießen.

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Kräftige Salatsoße mit „Arsch in der Hose“ – prima zu Feldsalat

Feldsalat, oder hier im Badischen auch „Ackersalat“ genannt, hat an sich schon einen herrlichen kräftigen Eigengeschmack – verglichen mit vielen anderen Blattsalaten, die nach wenig bis gar nichts schmecken. Darum steht ihm auch eine kräftige Soße besonders gut.

Wie wir kürzlich allerdings im Freundeskreis fest stellten trauen sich viele Köche nicht, eine Salatsoße richtig kräftig abzuschmecken. So eine Salatsoße zu Feldsalat, stellten wir nach ein paar Bierchen fest, muss „einen Arsch in der Hose haben“.

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Zutaten für ca. 750 ml Soße:

  • 1/2 Glas Dijonnaise (französische Spezialität, Mischung aus körnigem Dijonsenf und Mayonaise. Gibt´s im Supermarkt bei Senf, z.B. von Maille)
  • 6 großzügig gehäufte EL Naturjoghurt
  • 4 EL neutral schmeckendes Pflanzenöl
  • 3 EL Nuss- oder Sesamöl
  • 6 EL weinwürziger Essig
  • 3 EL Balsamico
  • 2 EL schwarze Sojasoße oder Maggi
  • 1  TL Zucker
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 2 Schalotten
  • 3 Knoblauchzehen
  • ca. 100 ml Wasser (als Letztes zugeben und damit auffüllen bis zur gewünschten Konsistenz)
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die Schalotten, die Petersilie und den Knoblauch grob hacken und in ein hohes Gefäß für den Stabmixer füllen oder in die Küchenmaschine. Die restlichen Zutaten bis auf das Wasser dazu geben und alles mit dem Stabmixer bzw. Küchenmaschine stufenweise ansteigend pürieren. Ca. 100 ml Wasser dazu geben und nochmal gründlich vermischen.

Dann kommt die eigentliche eigenverantwortliche Arbeit:
abschmecken nach Gusto  😉

Diese Grundlage schmeckt man jetzt nach eigenem Geschmack mit den o.g. Zutaten ab. Wichtig ist das Säure-Süße-Verhältnis, dabei sollte der weinwürzige Essig und die Dijonaise immer noch gut zu schmecken sein. Viel  Spaß!

Kürbis-Maronen-Quiche mit Salbei, Cheddar und weißem Portwein

kuerbis-maronen-q_0033Als ich meinem Mann erzählte was ich plante zu backen meinte er nur:
„Und weißt Du wie das am Besten schmeckt? Wenn Du es kurz vorm Servieren, wenn die Quiche fertig und noch schön heiß ist, durch ein gutes Steak ersetzt!“

Nun, ich bin ja Kummer gewohnt – mittlerweile seit 10 Jahren, aber das ist ein ganz anderes Thema…

Es dürfte kaum überraschen dass ich besagte Kürbis-Maronen-Quiche nicht für das eheliche Abendessen buck. Dafür freute sich eine gute Freundin als ich sie zum Mädelsfrühstück mitbrachte – hier wusste man meine Kreation wenigstens zu schätzen 😉

Die Kombi kannte ich von einem Jamie Oliver Rezept: er kocht aus Butternutkürbis eine herzhafte Suppe mit Salbei und Maronen als Einlage.

Generell liebe ich zwar meinen alten Freund, den Hokkaido-Kürbis, sehr, aber ich habe ihn in letzter Zeit zu oft gegessen. Der Butternut hat einen erfrischend anderen, herzhafteren Geschmack mit weniger Süße. Ja, er macht mehr Arbeit weil man ihn schälen muss – aber es lohnt sich! Bereits einfach im Ofen gebacken, in Scheiben geschnitten mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, Rosmarin und Thymian, ist er eine Wucht. Darum wollte ich ihn unbedingt mal als Quiche-Füllung ausprobieren.

Und ich finde Kürbis, Salbei und Maronen passen super zusammen und in die Jahreszeit. (O-Ton der Mann: „Kannst ja auch noch Laub rein machen, hat auch grade Saison.“ – …no words…)

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Nachgekocht my style: Unterschale vom Hirsch, mit Lorbeer gespickt und in Heu gedämpft

Wild ist immer wieder etwas Besonderes. Darum erstaunt es mich, dass man in Deutschland kaum gute Wild-Kochbücher findet und die meisten Wild-Rezepte irgendwie immer gleich sind. Den Vogel abgeschossen hat ein Buch das ich mal zum Geburtstag bekommen habe: Die Rezepte darin wurden so „variiert“, dass Zutaten wie Preiselbeeren durch Cranberries ausgetauscht wurden – revolutionär! 😉

Bisher habe ich mich also immer mal wieder darüber geärgert, dass es keine guten Wild-Kochbücher gibt. Aber so ganz absolut stimmt das natürlich nicht, es sind halt nur nicht viele gute zu finden. Aber es gibt Hoffnung: ich habe letztes Jahr zum Geburtstag „Das große Buch vom Wild“ aus dem Teubner Verlag bekommen.

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Dieses gibt es in 2 Größen: die große Original-Ausgabe ist sehr edel verarbeitet im Leineneinband und mit knapp 70,- € dementsprechend teuer. Der Verlag kam aber kürzlich auf die Idee die Kochbücher dieser Serie noch in einer kleineren, nicht ganz so teuer verarbeiteten Variante auf den Markt zu bringen für 29,90 €. Inhaltlich sind die Bücher gleich, und da ich mit meinen Kochbüchern wirklich koche und sie auch mal Spritzer abbekommen habe ich mir die kleinere, praktikablere Variante gewünscht.

Schon beim ersten Durchblättern fiel mir ein Rezept ins Auge das sofort den ersten Aufkleber zum Nachkochen bekommen hat: Frikandeau vom Hirsch in Heu gegart. Ein Frikandeau  ist nichts anderes als die Unterschale, und die hatte ich sogar noch eingefroren. Als schnell mal Bio-Heu im Internet bestellt und schon kanns los gehen. Das gibt´s übrigens nur im 1-Kilo-Gebinde und da die Versandkosten gleich bleiben und ich nicht einschätzen konnte wie voluminös 1 Kilo sein würde, hab ich gleich mal 2 Kilo bestellt. Hat gereicht… Bye the way, braucht jemand Heu? 😉

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